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Musikalische Advents-Botschafter aus Hof

| Offene Hilfen

Inklusiver Posaunenchor der Lebenshilfe spielte im Bundestag

Hier zum Bericht von TV Oberfranken

Bericht von Günter Saalfrank

Hof/Berlin. „Tragt in die Welt nun ein Licht.“ Klänge, die in den Räumen des deutschen Bundestags in Berlin ungewöhnlich sind. Der inklusive Posaunenchor der Lebenshilfe Hof spielte dieses Adventslied und andere vorweihnachtliche Stücke bei der Übergabe des Lebenshilfe-Weihnachtsbaums im Paul-Löbe-Haus neben dem Reichstag. Eingeladen hatte die Bläserinnen und Bläser aus Oberfranken – 20 Menschen mit Beeinträchtigung und 20 ohne - die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt. Die frühere Bundesministerin kannte den Chor von einem Besuch aus Hof her.

„Es ist schon ein wenig aufregend“, meinte Felix Schöffler auf der Fahrt nach Berlin zu dem besonderen Auftritt. Wie er waren auch die anderen Chormitglieder gespannt auf den musikalischen Besuch im Bundestag. Chorleiter Cornelius Kelber hatte ihnen bei der Generalprobe den Rat mitgegeben, „das Haus mit ihrem Klang zu füllen“.

So spielten die Advents-Botschafter aus Hof vorweihnachtliche Weisen dort, wo normalerweise Gesetze beraten werden, Ausschüsse sich treffen und Bundestagsabgeordnete ihre Büros haben. Nach der Feier im Paul-Löbe-Haus zeigte sich Bundestagsvizepräsidentin Josephine Ortleb stark beeindruckt von dem inklusiven Chor: „So etwas müsste es überall geben.“ Von einem „grandiosen Auftritt“ sprach Bundesvorsitzende Ulla Schmidt: „Nicht nur von der Musik her, sondern auch von der Freude der Musikerinnen und Musiker.“ Sie hätten gezeigt, was Menschen mit Unterstützungsbedarf können. Der Hofer Bundestagsabgeordnete Heiko Hain sagte, andere Mitglieder des Parlaments, die an der feierlichen Übergabe des Weihnachtsbaums teilnahmen, seien sehr angetan von der gelebten musikalischen Inklusion. 

Hofs Bürgermeisterin Angela Bier freute sich über den gelungenen Auftritt der Bläserinnen und Bläser. Persönlich hätten sie die Adventslieder stark berührt: „Beim Choral ‚Tochter Zion‘ sind mir die Nackenhaare aufgestanden.“ Bier würdigte den inklusiven Posaunenchor als „ganz wichtigen Teil der vielfältigen Kulturstadt Hof“.  Die Bürgermeisterin begleitete zusammen mit Kulturamtsleiter Fabian Riemen, zweiten Vorsitzenden des Vereins Lebenshilfe Hof Norbert Opitz, Geschäftsführer Siegfried Wonsack und Claus Fiedler sowie Bereichsleitung Monika Köppel-Meyer von den Offenen Hilfen den Chor nach Berlin. 

Nach ihrem Einsatz lernten die Bläserinnen und Bläser den Bundestag noch näher kennen. Sie besuchten den Plenarsaal und konnten von der Kuppel des Reichstags auf das abendliche Berlin blicken. Bundestagsabgeordnete Heiko Hein stand den Chormitgliedern und ihren Begleitern Rede und Antwort zur Arbeit im Parlament und seinen beruflichen Alltag in der Bundeshauptstadt.

Auf der Rückfahrt zollte Chorleiter Cornelius Kelber den Mitgliedern „hohen Respekt vor ihrer Leistung“. Sie hätten Menschen mit ihrem musikalischen Klang sehr angesprochen. Felix Schöffler blickte gerne auf den Tag in Berlin zurück: „Besonders waren das Musizieren und der schöne Weihnachtsbaum.“

                                                                                                                          

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